Vereinsgeschichte

Die Vereinsgeschichte des Angelsportvereines ASV-Wesel e.V. 


Im Jahre 1921 zogen von Herne / Westfalen zwei Familien nach Wesel. Beide Väter hatten die Absicht einen Verein in der neuen Heimat zu gründen.

Edmund Scholten den Angelverein und Paul den Box – Club. 1922 wurden dann beide Vereine gegründet. Die ersten Mitglieder waren, soweit ich mich entsinnen kann: Edmund Scholten, Heinrich Scholten, Hugo Scholten, Arno Kleine Vehn, Wilhelm van Triel, und Herr Schliefer.

Der Angelsportverein konnte aufgrund der damals noch idealen Fischereimöglichkeiten bald besondere Fortschritte verzeichnen. Gute Gewässer gab es rund um Wesel zu Genüge. Rhein, Lippe, und die Aue waren für jeden Angler ein kleines Paradies, wovon man heute nur träumen kann. Am Rhein gab es riesige herrliche Sandbänke und Krippen, an denen es sich lohnte zu angeln. Fische konnte man, trotz der noch sehr primitiven Anglerausrüstung, genügend fangen. Angelruten mit Rolle kannte man zu der Zeit noch nicht. Die meisten Angler holten sich ihre Ruten aus dem Wald oder von den Sträuchern an Rhein Lippe und in der Aue. In den Jahren 1920 bis 1930 wurde der Lippe – Seiten Kanal gegraben und die Schleuse Friedrichsfeld gebaut, dort habe ich die schönste Zeit als Angler erlebt. Vor der Schleuse brauchte man nur die Schnur mit einem Goldhaken ins Wasser zu halten und diese etwas zu bewegen schon hing ein Barsch an der Angel. Die Kanalwände waren noch nicht gepflastert, das Bett hatte nur reinen Kies und Rheinsandboden. An der Westseite des Kanals befanden sich noch einige Betonbunker, eine Erinnerung aus dem Krieg 1914 bis 1918. bei Regen und Wetterumschlag konnte man sich hier prima verkriechen. In der Aue, dort wo jetzt der Auesee ausgebaggert wurde, gab es einige kleinen Altrheinarme, die einen sehr guten Fischbestand hatten. Überwiegend bestand er aus Aalen , aber auch an Hechten hat es nicht gemangelt. Mit zwei Ruten konnte man dort damals nicht angeln, denn es gab Biss auf Biss. Das schönste Angelergebnis früher aber war, wenn ein alter Arm austrocknete. Aus den letzten Wasserbeständen waren dann mit einem Netz zentnerweise Hechte herauszuholen. Dabei darf ich nicht vergessen die herrlichen Kolke in der Aue wie zum Beispiel das Kiesloch zu erwähnen. Denn dieses Kiesloch war wohl das bekannteste und beliebte Fischgewässer in der Aue vor allem war es ein bevorzugtes Plätzchen für Schwarzangler.

In Wesel gab es einige stadtbekannte Schwarzangler – Originale. Von einem möchte ich dabei kurz erzählen. Er hieß Ferdinand B. und war Friseur in der Köppeltor Ecke Niederstraße. Der Polizei war er als schwarz Angler bekannt, konnte aber nie gefasst werden. Die Kontrollen wurden von Polizei und Kriminalbeamten durchgeführt. Immer wenn Herr B. angeln ging, nahm er irgendeinen Jungen von der Straße mit, der Ausschau nach eventuellen Kontrollen halten musste. Tauchte dann ein Polizist oder die Kripo auf, so wurde blitzschnell der Haken von der Schnur genommen und eine Flasche Bier stattdessen daran festgebunden. Auf die frage nach dem Angelschein gab Ferdinand auf Weseler Platt die Antwort.

Is et so witt, dat man wenn man sich en Fläschke kalstelle düt an Angelschein hebb mot. Eine weiter List von ihm war, sich dicke Tauwürmer an die Schnur zu binden um dann schlagartig zu bemerken: Ek dun doch bloss Piere baje, die ärme diere häwe in hüs ken Bajewann. Ein ebenso wunderbares Angelgewässer, war das Isakbett. Vor den Rohren wurden hauptsächlich dicke Barsche, ja sogar ab und zu ein guter Karpfen gefangen. Zur damaligen Zeit befand sich die Isak noch in Privatbesitz. die Aufsicht führte ein alter Herr aus Lippedorf, der sehr hartnäckig war. Angelten Kinder dort einmal und wurden erwischt, so bezogen alle eine anständige Tracht Prügel. An der Lippe war es ein schönes Angeln, wenn der Maifisch kam. einmal habe ich erlebt, das ein Bauernjunge ein Wäschekorb voller Fische gefangen hat, dieser Junge hatte den Durchgang der Maifische erwischt. Vom Ehrgeiz gepackt, musste ich am nächsten Tag an der selben Stelle mein Glück versuchen. Ganz enttäuscht musste ich mich aber mit kaum 10 Fische begnügen der Maifisch war bereits abgezogen.

Ein ebenso besonderes Erlebnis an der Lippe war es, wenn die Barbe laichte. Auf den Sandbänken bebte es dann von diesen, heute so selten gewordenen, Fischen.

Das Klatschen war zu dieser Zeit bereits zu hören, wenn man 50 bis 100 Meter vom Lippe Ufer entfernt war. Soweit die Erinnerungen an die Angelerlebnisse von jemandem, aus seiner Jugendzeit.

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